Cert. Neurosense® Master

Ausbildung in körperintegrierter Emotionsarbeit und traumasensitiver Begleitung

Wenn uns Blockaden daran hindern, jenes Leben zu führen, das uns wahrhaftig entspricht

Du begleitest Menschen, die sich Veränderung wünschen und doch immer wieder an denselben Punkt kommen. Im Cert. Neurosense® Master lernst du eine Begleitmethode kennen, mit der du sie dabei unterstützt, alte Muster, schmerzhafte Prägungen und emotionale Blockaden zu verstehen und neue Handlungsmöglichkeiten zu entdecken.

Wie sich eine solche Blockade anfühlt, kennen viele von uns aus dem eigenen Leben. Wir wünschen uns Nähe und gehen auf Abstand, sobald jemand uns wichtig wird. Wir freuen uns über eine neue Chance und spüren, wie uns die Erinnerung an eine frühere Enttäuschung zurückhält. Es fühlt sich an, als wäre die Handbremse noch angezogen, obwohl wir längst weitergehen möchten.

An dieses eigene Erleben knüpfen wir in der Weiterbildung an. Wenn du spürst, wie eng der Handlungsspielraum in einem solchen Moment werden kann, kannst du anderen mit mehr Verständnis begegnen. Du lernst, behutsam zu erkunden, wie frühere Verletzungen oder traumatische Erfahrungen in die Gegenwart hineinwirken, und das Tempo an die Person anzupassen. So kann Raum entstehen, wieder Vertrauen zu fassen, sich auf eine Beziehung einzulassen oder eine Entscheidung zu treffen, die zum heutigen Leben passt.

Wie frühere Erfahrungen heute nachwirken

Wiederholte Erfahrungen von Abwertung, Zurückweisung oder fehlendem Schutz können prägen, wie ein Mensch Nähe, Kritik oder Konflikte erlebt. Was früher geholfen hat, eine Situation auszuhalten, kann heute die eigene Wahl einschränken. Im Kurs lernst du, solche Schutzreaktionen an konkreten Signalen zu erkennen, etwa an plötzlicher Anspannung, Rückzug oder dem Drang, sich sofort anzupassen. Du übst, das Tempo abzustimmen und die Aufmerksamkeit zurück ins Hier und Jetzt zu lenken, wenn die Belastung zunimmt.

Wo du NeuroSense® einsetzen kannst

Vergangenheit · Erinnerungen und wiederkehrende Muster

Ob ein einzelner schmerzhafter Moment nachklingt oder dir ein vertrautes Muster in verschiedenen Situationen begegnet, beides kann Ausgangspunkt für eine Begleitung sein. Du unterstützt die Person dabei, die Erinnerung in ihrem eigenen Tempo aus einer neuen Perspektive wahrzunehmen und zu erkunden, welche Bedeutung sie ihr heute geben möchte.

Zukunft · Mit Zuversicht auf Ungewisses zugehen

Wenn die Sorge vor dem, was kommen könnte, den Blick verengt, fragst du: «Was gibt dir Halt, auch wenn du noch nicht weisst, wie es ausgeht?» Vielleicht erinnert sich die Person an einen Moment, in dem sie sich selbst vertraut hat. Von dort aus könnt ihr einen nächsten Schritt vorbereiten, der sich für sie machbar anfühlt.

Gegenwart · Kurze Interventionen vor einem wichtigen Moment

Vor einem Assessment, einer Prüfung, einem Auftritt, einem Wettkampf oder einem herausfordernden Gespräch kann ein kurzer, klar umrissener Impuls helfen, sich zu sammeln. Du arbeitest mit einem konkreten Auslöser und einer Ressource, die im entscheidenden Moment verfügbar sein soll.


Für wen ist die Weiterbildung gedacht

Für Coaches, Mentorinnen und Mentoren, psychologische und spirituelle Begleitpersonen, Psychologinnen und Psychologen sowie Fachpersonen aus der Heilkunde und verwandten Bereichen. Die Weiterbildung richtet sich an Menschen mit einer Grundausbildung und Erfahrung in der Begleitung von Einzelpersonen.

MODUL 1 / TAG 1 UND 2

Neurosense®-Emotion-Coaching

Tag 1 · Grundlagen und Methoden

Du lernst die Elemente der NeuroSense® Begleitung kennen und unterscheidest Alltagsstress von posttraumatischen Stressreaktionen. Du übst, alternierende Blickbewegungen anzuleiten, und lernst Selbsttapping sowie akustische Impulse kennen. Mit dem Sense-Check Körperecho erprobst du eine freiwillige Fingerhalte-Übung und lernst, Beobachtung und Deutung auseinanderzuhalten.

Tag 2 · Themenerkundung und Integration

Du wählst mit der begleiteten Person eine konkrete Alltagsszene und nutzt Emotionskarten, um Worte für ihr Erleben zu finden. Eine fachlich geleitete Falldemonstration veranschaulicht den Ablauf einer EMDR-Intervention. In der eigenen Praxisübung arbeitest du mit ressourcenorientierten bilateralen Impulsen. Mit ENSP verankerst du den gewünschten Zustand. Die vier Schritte sind Erleben, Neu verknüpfen, Sinnlich verankern und Praktisch erproben.

MODUL 2 / TAG 3 UND 4

Neurosense®-Traumasensitive Begleitung

Tag 3 & 4· Von der aktuellen Reaktion zu ihren Prägungen

Die emotionale Landkarte macht sichtbar, wie Situation, Gefühl, Körperempfindung, Bedeutung, Impuls und Ressource zusammenspielen. Sie hilft dir, gemeinsam mit der begleiteten Person zu entscheiden, welche Schicht Aufmerksamkeit braucht und wo ihr zuerst Halt gebt.

Lotus System · An der Quelle ansetzen

Du folgst der heutigen Reaktion Schicht für Schicht. Hinter dem raschen Ja kann die Angst vor Ablehnung liegen, dahinter die Überzeugung «Ich muss mich anpassen, um dazuzugehören». Wenn die Person selbst eine frühere Verletzung oder belastende Erfahrung damit verbindet, könnt ihr erkunden, welche Bedeutung sie ihr damals gegeben hat und was davon heute weiterwirkt. Auch Erinnerungen an traumatische Erfahrungen können dabei zur Sprache kommen. Massgeblich bleibt, was die Person selbst erinnert und womit sie im Moment weiterarbeiten möchte.

So wird eine Kaskade von Prägungen greifbar: Ein heutiger Auslöser berührt eine alte Bedeutung, der Körper spannt sich an und der vertraute Schutzimpuls setzt ein. Die Transformation setzt an der Stelle an, an der sich diese Verknüpfung heute lösen oder verändern lässt. Im Beispiel erprobt die Person, die Enttäuschung ihres Gegenübers auszuhalten und sich vor einer Antwort Zeit zu nehmen.

EmoTrance · Körperlich spürbare Emotionen lösen

Manche Emotionen zeigen sich als Enge im Hals, Druck in der Brust oder als Knoten im Bauch und werden als festgehalten oder blockierend erlebt. Mit EmoTrance richtest du in einer Pause zwischen bilateralen Sequenzen die Aufmerksamkeit auf diese Empfindung. Die Person beschreibt in eigenen Worten, wo sie sitzt und wie sie sich anfühlt. Ihr gebt ihr Raum und beobachtet, ob sie sich verändert, weicher wird oder nachlässt. Du lernst eine kraftvolle Intervention kennen, um verdichtete Emotionen aufzulösen und aus dem Körper zu leiten.

Praxistraining und professionelle Grenzen

Du trainierst den vollständigen Ablauf mit der Landkarte. Bei der Impulskontrolle übst du, zwischen Handlungsdrang und Handlung eine Pause zu ermöglichen und mit ENSP einen anderen Schritt vorzubereiten. Beim Umgang mit medizinisch abgeklärten Schmerzen stehen Ressourcen und Handlungsspielraum im Alltag im Zentrum. An Fallbeispielen klärst du, wann du im Coaching weiterarbeiten kannst und wann psychotherapeutische oder medizinische Fachpersonen gefragt sind.


FACHLICHER SCHWERPUNKT / TRAUMASENSITIVE BEGLEITUNG

Posttraumatische Belastungsstörungen nach einschneidenden Erlebnissen

Ein Mensch hat einen schweren Unfall miterlebt. Wochen später hört er auf der Strasse Reifen quietschen und für einen Moment fühlt es sich an, als geschehe alles noch einmal. Solche Reaktionen können auch Menschen erleben, die bei einem traumatischen Ereignis Zeugin oder Zeuge waren.

Welche Erfahrungen nachwirken können

Im Kurs betrachten wir unterschiedliche Situationen, nach denen posttraumatische Beschwerden auftreten können. Dazu zählen Naturkatastrophen, schwere Unfälle, das Miterleben eines plötzlichen oder gewaltsamen Todes, körperliche oder sexualisierte Gewalt und traumatisch erlebte Geburten. Auch ein medizinischer Notfall, bei dem das eigene Leben oder das Leben des Kindes bedroht war, kann lange nachwirken. Die Folgen unterscheiden sich von Mensch zu Mensch.

Woran sich eine anhaltende Belastung zeigen kann

In der ersten Zeit nach einem solchen Ereignis sind Belastungsreaktionen häufig und können mit der Zeit abklingen. Bei einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) kann sich das Erlebte in Albträumen, aufdrängenden Erinnerungen oder Flashbacks wieder bemerkbar machen. Manche Menschen meiden Orte, Geräusche oder Gespräche, die sie daran erinnern. Andere stehen ständig unter Anspannung, erschrecken leicht oder fühlen sich selbst in vertrauter Umgebung auf der Hut.

Was du in der Begleitung lernst

An Praxisfällen wie zum Beispiel aus der Geburtsbegleitung, dem Erleben von Gewalt und dem Miterleben eines Todesfalls lernst du, mögliche Belastungszeichen wahrzunehmen und behutsam anzusprechen. Du übst, nach dem zu fragen, was der Person im Moment Halt gibt, und bei Überforderung die Aufmerksamkeit wieder ins Hier und Jetzt zu lenken. Die Person entscheidet, was sie erzählen möchte und wann sie eine Pause braucht. Du lernst achtsam durch den Prozess zu begleiten und Signale einer PTBS zu erkennen, wo die Grenzen deiner Begleitungskompetenz liegen.

Nach erfolgreicher Teilnahme erhältst du das Zertifikat «Cert. Neurosense® Master».

Voraussetzungen

Es ist eine Vorbildung in psychologischer Begleitung / Coaching / Holistischer Begleitung / Körperzentrierter Begleitung erforderlich.

 

KursleiterInnen

Dozenten und Seminarleiter – Soulsense (Entwicklung)

 

Julia Andora Cattai

Arpito Storms

Kursinvestition

 

Im Kursgeld inbegriffen:

  • Kurstage im Präsenzunterricht
  • Kursunterlagen

Ehemalige Teilnehmende des Kolibri-Coachings erhalten 50 % Rabatt auf die Ausbildung.

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    Kursdaten & Anmeldung

    Mo. 15.02.2027 von 09:15 bis 16:15
    Di. 16.02.2027 von 09:15 bis 16:15
    Mi. 17.02.2027 von 09:15 bis 16:15
    Do. 18.02.2027 von 09:15 bis 16:15

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